Molsberg – Woher kommt der Name?

Drei Orte in Europa tragen den Namen „Molsberg“.

Molsberg bei Happburg in Bayern

Molsberg bei Simplefeld in Holland

Molsberg  im Westerwald

Im Laufe der Zeit hatte der Ort „Molsberg“ verschiedene Schreibweisen.[1]

1116 Mollesberch

1124 Mollesberg

1135 Molsburg        

1305 Molsberch

Die Wurzel des Namens steckt im mittelniederdeutschen (ab 1150 n. Chr.) Mol-. Das mittelhochdeutsche –berg und im Bestimmungsteil der zusammengesetzen Nomen, bei denen  in diesem Fall der Wortstamm – berg und dem diesen Wortstamm näher bestimmenden Bestimmungsteil mols. Mittelniederdeutsch mols, molles meint den Maulwurf, also Maulwurfshügel. Weiterhin könnte der Bergsporn gemeint sein, der nach seiner Form unvermittelt abbricht und somit sich vom mittelhochdeutschen (ca. 1050 – 1350 n. Chr.) Molle = Schweinskeule ableiten könne. Schweizer sieht verwandte Namen bei den Orten Mölsheim bei Worms, Molsheim im Elsass und Mollseifen. Er sieht auch die Möglichkeit, dass man auch den Personennamen Mollo oder Molli mit dem Bestimmungsteil in Verbindung gebracht hat.

Runkel sieht auch einen anderen Zusammenhang, der vermuten lässt, dass der Namen älter sein könnte. „Römische Niederlassungen (Rommersdorf) erstanden am Fuße des Westerwaldes. Römische Straßen durchkreuzten die Ebene des Neuwieder Beckens. Starken Einfluß übte Rom auf das Leben der Germanen auf den Höhen und den Tälern der Wied, der Sayn und des Holzbaches, die damals in den dunklen Wäldern ihren Göttern dienten. Unter heiligen Eichen shrten sie den Thor (Torney bei Niederbieber, Donnerhügel bei Dierdorf, Dorn bei Altenkirchen, Dornburg bei Frickhofen). Wotans Opferstätten lagen im Lande zerstreut (Malberg, Wolsberg, Molsberg).“[2]

In den Nachforschungen Runkels zu dem Ortsnamen Melsbach finden sich weitere Anmerkungen, die auch Molsberg betreffen. „Vielfach sind Personennamen mit Ortsnamen gleichlautend. … Es ist in diesen Fällen immer der Ortsname der älteste, wenn er auch wiederum einem Personennamen seinen Ursprung verdankt. Das ist zum Beispiel bei Dierdorf der Fall, wenn man den Ortsnamen erklärt als die Gründung, die Siedlung, das Dorf des Dioro. Den ortsnamen legte sich aber auch dann der bei, der aus Dierdorf stammte, so daß in zeitlicher Aufeinanderfolge entstanden: Dioro, Dierdorf, der Orts- und Dierdorf, der Personenname. Das trifft auch zu bei dem Namen Melsbach, der als personenname noch 1700 Molßbach geschrieben wurde, während der Ortsname schon 1375 Melsbach hieß. Melsbach bzw. Molßbach hat man wegen des Gleichklanges Molsberg (im Kreise) Westerburg) gleichgestellt und von dem Personennamen Mollo, neuhd. Moll, abgeleitet. Diese hieß 1118 Molesberg, 1128 Mollesbere, später Molsbere und Molsberg, und blieb bei dieser Form, währen Mols bei Melsbach in Mel sich wandelte. Vom Ortsnamen leitete sich dann der Personenname ab. Die angegebene Erklärung des Namens Melsbach wäre unzweifelhaft, wenn man durch ältere Urkunden den gleichen Wortlaut bei Molsberg und Melsbach nachweisen könnte. … Viel größere Wahrscheinlichkeit hat eine andere Erklärung. Man weist auf die Verwandschaft mit Mauelsbach (im Kirchspiel Mehren) und Mauel a. d. Sieg hin. Maulsbach aber und Mauel hängen mit Auel zusammen. Auel ist die Verkleinerung, Au die Umgebung eines Baches oder kleines Flusses. Man findet Ortsnamen dieser Art in den Berggegenden der Sieg (Au bei Hamm, Oberauel, Bütgenauel), der Lahn (Auel bei Diez) und Mosel (Auw bei Trier). Es bezeichnet immer eine Wiese (ahd. owa, awa, mhd. owe, awe), eine graßreiche Fläche am oder im Wasser. Setzte man vor diesen Namen das „M“, so bedeutete das wohl „Im Auel“. Wenn man diese Deutung (Auelsbach, Mauelsbach, Molßbach, Melzbach) auf den Ortsnamen Melsbach anwendet, so dürfte man dazu ein gewisses Recht haben durch die geographische Lage des Ortes. Soll auch nicht damit gesagt werden, daß der Ort selbst im feuchten Grunde liegt, so doch der Berg, auf dem er liegt. Und das trifft für Melsbach sehr wohl zu. An der Stelle, wo die erste Ansiedlung entstanden sein mag (nordöstlich vom Ort), liegt ein wasserreiches Gelände, das ehemals Sumpf gewesen sein mag. Auch für Molsberg würde diese Erklärung passen. Nordwärts von Molsberg liegt das Tal des Salzbaches, eines Nebenflusses des Elbbaches, in dessen feuchtem Grunde die Struht sich dehnt. Professor Bach (Bonn) meint zu dieser Erklärung: „Diese Etymologie ist durchaus der Beachtung wert.“ Dahin passt auch eine Deutung, die den Namen Melsbach auf das gotische mapl zurückführt… Diese Wort, das soviel wie Versammlung, Rede bedeutet, haben wir z. B. in Madalpeth, das zu Mölbert, und in Madalhart, das zu Mählert wird. Das e in der ersten Silbe kann lautgesetzlich das umgelautete a sein. Die Schreibung ä für den Umlaut ist erst viel später gebräuchlich. Madal führt in der Kürzung, die wir überall bei Personennamen antreffen, zu Mele, Mel, Melle. Soit wäre Melsbach also ein Ort, wo gewisse mündliche Verhandlungen stattfanden.

Wahrscheinlicher jedoch ist die Auffassung, daß der Name Melsbach wie auch Molsberg die gleich Bedeutung hat wie Malberg. Auch in Steimel, das nichts anderes als Steinmal bedeutet, hat sich das mal in mel gewandelt. Mal bedeutet eine Gerichtstsätte, der Sammelpunkt und Tagungsort einer Marktgenossenschaft eines Sammelpunktes überhaupt. In ältesten Zeiten war hier eine Opferstätte, auf der Donars Eichen rauschten.“[3]

(RK)


[1] vgl. Peter Paul Schweizer, Uralte Namen an der Lahn, in: Aus Vor- und Frühgeschichte und Mittelalter, Hadamar 2004; http://www.ippsch.de/database/alteuro.pdf (22.04.15), S. 56

[2] O. Runkel, Zweitausend Jahre Westerwälder Heimat, in: Heimatblatt und Geschichtschronik für die ehemals Wied´schen und Nassauischen Lande, für Westerwald, Eifel und Mittelrhein, Neuwied 1925, 4 Jahrg. Nr. 18, S. 140

[3] O. Runkel, Der Name Melsbach, in: Heimatblatt und Geschichtschronik für die ehemals Wied´schen und Nassauischen Lande, für Westerwald, Eifel und Mittelrhein, Neuwied 1931, 10. Jahrg. Nr. 8, S. 57 ff.

Wappen der Ortsgemeinde Molsberg

Silberner Löwe auf rotem Grund. Dieses Wappen wurde nachweislich auf dem Gerichtssiegel aus dem Jahre 1662 verwandt. Erstmalig wurde 1347 ein Wappen der Edelherren von Molsberg erwähnt. Es zeigt einen silbernen Löwen in rotem Felde mit goldener Zunge, begleitet von einem blauen, dreilätzigen Turnierkragen.“