Schloss Molsberg

Über dem Dorf Molsberg erhebt sich weithin sichtbar auf einem mächtigen Basaltkegel das Schloss der Grafen von Walderdorff.

Früher stand dort die im 12 Jahrhundert erbaute und ständig weiterentwickelte Burg Molsberg, die im Lauf der folgenden Jahrhunderte die Besitzer wechselte. Seit dem 17. Jahrhundert war sie der Stammsitz der Walderdorffer, die 1657 die Burg erwarben.

Johann Philipp von Walderdorff (1701-1768), der seine ersten 16 Lebensjahre auf dem Stammsitz in Molsberg verbrachte, beauftragte 1760 – inzwischen Kurfürst und Erzbischof von Trier – den Mainzer Bauunternehmer und Architekten Johann Dillmann mit dem Abriß der alten Burg und dem Neubau eines Schlosses. Zwischen 1761 und 1766 wurde die Burg sukzessive abgetragen. Sie sollte durch einen komfortableren hufeisenförmigen Neubau ersetzt werden, der den Repräsentationszwecken eines Kurfürsten genügen sollte.

Mehrere Architekten wirkten bei der Umsetzung des Planes mit vielen Entwürfen mit. Die unterschiedlichsten Pläne finden sich bei Luthmer wieder.

1760 legte Johann Philipp den Grundstein. Der Abtrag der Burg begann. 1763 steht der linke Seitenflügel. Dillmann soll die Ausführung des Auftrages nicht mit der nötigen Sorgfalt betrieben haben und wurde 1765 entlassen.

Sein Nachfolger Johannes Seiz baute weiter. 1766 entsprach der Baustand wesentlich dem heutigen Erscheinungsbild, zwei im rechten Winkel stehende zweigeschossige Trakte.

Endgültig kam der Baufortschritt mit dem Tod des Kurfürsten Johann Philipp (12. Januar 1768) zum Stillstand. Notdürftig wurde ein Abschluss gemacht. Arbeiter und Handwerker wurden entlassen. Die geplante Dreiflügelanlage war zu diesem Zeitpunkt nicht einmal zur Hälfte fertig. Viele Ideen flossen in weitere Entwürfe ein, die jedoch in der Zukunft nicht mehr realisiert wurden.

Lit.:

Jörg Restorff, Baugeschichte von Schloß Molsberg, 500 Jahre Burg- und Schloßkapelle Molsberg 1493 bis 1993, München 1993.

Ferdinand Luthmer, Die Bau- und Kunstdenkmäler der Kreise Biedenkopf, Dill, Oberwesterwald und Westerburg, Frankfurt 1910