Klappern vor Ostern ist auch in Molsberg ein alter Brauch.

Vom Gloria der Messfeier am Gründonnerstagabend an bis zur Osternachtsfeier schweigen die Glocken der Kirchen (ein Zeichen der Trauer über das Leiden und den Tod Christi). Deswegen werden auch heute noch in unserer Gemeinde Klappern und ähnliche Holzwerkzeuge genutzt, um die Gläubigen an regelmäßige Gebets- und Gottesdienstzeiten zu erinnern.Da es vielerorts keine Uhren im Privatbesitz gab und bis zu Beginn unseres Jahrhunderts die Zeit fast ausschließlich vom Stundenschlag des Kirchturms signalisiert wurde, wurde in der „glockenlosen“ Zeit geklappert.Oft wurde gesagt, „die Glocken seien nach Rom“, um dort neu gesegnet zu werden.

Die Kinder ziehen am Karfreitag (ab 11:00 Uhr) geschlossen durch das Dorf. Klappern und Singen („Wir klappern, wir klappern zu Mittag, zu Mittag…“) wechseln sich ab. Am Karsamstag finden sich die Kinder ebenfalls zur gleichen Zeit zusammen. Sie klappern und singen: „Wir klappern, wir klappern die Ostereier aus…“. Jetzt ziehen sie von Haus zu Haus und erhalten für ihre Mühe Ostereier oder kleine Geschenke, die sie untereinander anschließend teilen.

Bis in die sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts „klapperten“ nur die Jungen (im Bild zu sehen – Mädchen schauen im im Hintergrund zu), heute klappern im Zuge der Emanzipation seit den 70er Jahren die Mädchen und Jungen gemeinsam.

RK